DIES IST MORGEN

Die Künstlerin Susanne Bosch stellt die Frage nach dem guten Leben für alle Menschen auf dieser Welt. Sie hat sich in Osnabrück und Umland umgesehen, wer vor Ort an zukunftsweisenden, innovativen Lebens- und Arbeitsbedingungen arbeitet. Es gibt sie auch hier! Manche sammeln übrige Lebensmittel und verteilen sie weiter, andere betreiben Gemeinschaftsgärten, bauen eigenes Gemüse an, andere betreiben solidarische Landwirtschaft, fahren einen Bürgerbus, pflegen und ernten „herrenlose“ Obstbäume, produzieren eigenen Strom, versuchen sich in neuen Heilmethoden, wieder andere verhindern durch kreative Interventionen die Abschiebung von Asylant/innen und vieles mehr.

Susanne Bosch hat zahlreiche dieser Initiativen besucht, traf Menschen an Küchentischen, auf Höfen, an öffentlichen Schreibtischen, in alten Fabrikgebäuden, in Stadtteil-Cafés. Was alle verbindet ist, dass sie von Ideen, manchmal Visionen und auch Missständen getrieben sind, beherzt und mit viel Eifer und Gemeinschaftssinn, nachhaltige Lebens- und Arbeitsprozesse aktiv und kreativ neu gestalten. Die Zeichen des Wandels offenbaren sich durch eine Gemeinsamkeit, die ohne Hierarchie und Ideologie auskommt und spontan das Notwendige für ein nachhaltigeres und gerechtes Leben der Menschen tut. Wie wird eine Idee zur Tat oder gar zu einer Gesellschaftsbewegung? Diese oft stillen Bewegungen, von der Politik und den Medien nur vereinzelt wahrgenommen, bringen vielleicht das hervor, was eines Tages als größte Transformation der menschlichen Gesellschaft gelten wird.

Ein afrikanisches Sprichwort lautet: “Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern”. Susanne Bosch möchte, dass sich die vielen “kleinen Leute” treffen, vernetzen, dass Ideen die “Runde” machen und vielleicht Mitmacher/innen oder Nachahmer/innen finden. Sie hat 25 Menschen in die Kunsthalle Osnabrück eingeladen (am 15.2.2015 von 11-14 h), damit sie interessierten Besucher/innen von ihrem Tun berichten.

50 der 125 bis zu 30-minütigen Zweier-Gespräche wurden mit Audio aufgezeichnet. Ferner wird eine Initiativenlandkarte entstehen, die aufzeigen soll, wo und wie die bereits bestehenden Projekte, fortlaufend auch zukünftige, zu finden sind. So werden das Wissen und die Modelle einer breiten interessierten Öffentlichkeit zugeführt.

Paul Hawkens, ein “Bioneer” und Autor, zählte 2013 bereits 2 Millionen Projekte und Organisationen mit innovativer Kraft für die Zukunft! DIES IST MORGEN sieht sich als regionaler Botschafter dieser heterogenen globalen Bewegungen und möchte der wachsenden Anzahl der vor Ort aktiven Projekte zu einer größeren Präsenz in der Öffentlichkeit verhelfen sowie gleichzeitig auch Bewusstsein dafür schaffen, wie eine ökologisch nachhaltige, sozial gerechte und geistig sinnerfüllte Welt Wirklichkeit werden könnte.

Dies ist Morgen ist Teil von Was für ein Fest?, 8. Februar – 29. März 2015 in der Kunsthalle Osnabrück mit Maria José Arjona, Andrew Beccone, Susanne Bosch, Thierry Geoffroy, Niklas Goldbach, Jorge Gonzalez, Pablo Helguera, Vlatka Horvat, Cheryl Pope, Luigi Presicce kuratiert von Pablo Helguera (MoMA, New York) und Julia Draganovic (Kunsthalle Osnabrück) in Zusammenarbeit mit Christel Schulte (Leiterin der Vermittlung Kunsthalle Osnabrück).